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Trauer um Renate Demski
ALZheimer-ETHik e.V, diese Selbsthilfe ist eng verbunden mit dem Namen einer beeindruckenden Persönlichkeit: Frau Renate Demski aus Hamm, Begründerin und ehemalige Erste Vorsitzende. Renate Demski entschlief wenige Tage vor ihrem 63. Geburtstag am 15. Mai 2008 nach einer schweren Erkrankung.
Ihr Leben war kurz und dennoch reich: Ein Leben, das in den letzten Jahren ganz im Zeichen der Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz stand. Renate Demski war eine starke Frau, eine kluge Frau, eine, mit ihren Fragen an Verantwortliche, Politiker und Wissenschaftler immer treffsichere Frau, eine höfliche Frau, eine an das Gute im Menschen glaubende Frau, eine Frau, die wehrhaft und zugleich verletzlich war, ganz im Zeichen und an den Bedürfnissen ihres Anliegens orientiert. Ihr Anliegen: die Sorge um bessere Pflege und psychosoziale Betreuung von Menschen mit Demenz, weniger Psychopharmaka, keine Fixierung, mehr Unterstützung der Angehörigen. Selbst ehemalige pflegende Angehörige konnte sie sich unnachahmlich einfühlen in die Bedürfnisse Betroffener.
Renate Demski mahnte unermüdlich auf allen Ebenen: auf der Ebene der Politik, der Wissenschaft, der Kirche. Sie, die sehr gut gebildete Lehrerin für Deutsch, Französisch und Religion konnte sich eloquent mit Stellungnahmen und Positionspapieren auf Kongressen, in Gremien und an einschlägigen Stellen einbringen.
Zuletzt haben wir Renate Demski in Leipzig auf dem Dementia Fair Congress erlebt. Bereits schwer erkrankt, hat sie mehrere Vorträge gehalten. Streitbar, angreifbar, entwaffnend ehrlich und provozierend wie gewohnt. Selbst diejenigen, die Dispute mit Renate Demski geführt haben oder sich inhaltlich distanziert haben, werden ihr dennoch Respekt zollen. Respekt für den selbstlosen Einsatz für eine verletzliche Gruppe von Mitmenschen, Respekt für den insistierenden Gestus, Respekt für die Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie, Respekt für den Wunsch, Brücken zwischen Versorgungsalltag und Wissenschaft zu schlagen.
Wir trauern um Renate Demski und sind dankbar, von ihr gelernt zu haben.
Für ALZheimer-ETHik e.V: Annegret Neuroth, Hamm; Gabriele Meyer, Dortmund
Photo: GRYSA, aufgenommen Dementia Fair Kongress, Leipzig, Feb. 2008
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